Konfliktmanagement

Manche Mandanten wollen ihren “Gegnern” erst einmal  „den Anwalt auf den Hals schicken”.


Meine Aufgabe als Anwältin sehe ich vor allem in solchen Fällen zunächst darin, die Mandanten davor zu schützen, ab einem gewissen Stadium der Eskalation eines Konflikts destruktive Ziele zu “wollen”, die Ihren wirklichen Bedürfnissen und Interessen zwar überhaupt nicht dienen, die Ihnen aber in der Dynamik der Eskalation als zwingend erscheinen.

Das Recht hat meiner Ansicht nach nicht die Funktion, persönliche Rachefeldzüge vor Gerichten auszutragen bzw. es durch standardmäßige, meist anwaltliche Ultimaten dazu kommen zu lassen, sondern es stellt eine gesetzlich regulierte Form der Konfliktbewältigung zur Verfügung, wenn alle anderen Wege versagen.

In den USA  z.B., in denen sich die Rechtskultur aus verschiedenen Gründen "schneller" entwickelt hat, gilt es schon als zu Haftungsansprüchen führender anwaltlicher Fehler, wenn ein Konflikt durch das Verhalten des Anwaltes in eine Eskalationsstufe gerät, die eine einvernehmliche Regelung erschwert und demnach zu einer riskanten gerichtlichen Auseinandersetzung führt.
Hierzulande fehlt es m.E. noch an der fachlichen Kompetenz und dem Willen der meisten Anwälte,  deeskalierende Methoden anzuwenden und so  Einfluß auch auf die Streitkultur weiter Bevölkerungskreise zu nehmen.

Meinen Beruf als Anwältin verstehe ich schwerpunktmäßig als juristisch-sozialen Beruf. Deshalb ist mir nicht nur die fachkompetente und transparente Beratung und Vertretung meiner Mandantinnen und Mandanten, sondern auch eine Arbeitsqualität wichtig, die mir sinnvoll, konstruktiv  und ethisch angemessen erscheint.  In diesem Rahmen bemühe ich mich, auch juristische Prozesse auf Basis der Gewaltfreien Kommunikation zu handhaben.

Erst wenn die wirklichen Ziele und Bedürfnisse meiner Mandanten in der Beratung klar werden, kann überlegt werden, ob rechtliche Maßnahmen überhaupt Sinn machen und Erfolg versprechen, oder ob nicht andere Instrumente der Konfliktlösung, z.B. eine Mediation oder anwaltliche Vergleichsverhandlungen, ein Schieds- oder Güteverfahren nützlicher wären.

Nicht zuletzt schont eine sorgfältige Abwägung der zur Verfügung stehenden Lösungswege die Nerven und den Geldbeutel der Mandanten – wer ein gerichtliches Verfahren, ggf. über mehrere Jahre und Instanzen hinweg bewältigen will, hat im Vergleich zu einer außergerichtlichen Streitbeilegung in der Regel ein Vielfaches an nicht immer absehbaren Kosten zu tragen; der erhebliche Zeitaufwand und das Risiko einer “unsachgemäßen” richterlichen Entscheidung kommen hinzu.

Da folgende juristischen Projekte in diesem Sinne arbeiten, unterstütze ich diese aktiv als Mediatorin und Schlichterin:

Das "Münchner Modell" des Münchner Anwaltsvereins in Zusammenarbeit mit dem Amtsgericht München im Bereich des Familenrechts (Sorgerechts- und Umgangsverfahren) verfolgt im Wesentlichen diese Zielsetzung: http://www.muenchener.anwaltverein.de/Muenchener_Modell.htm.

Der Ausgleich e.V. im Bereich des Strafrechts ermöglicht als anerkannte Gütestelle nach dem Bayerischen Schlichtungsgesetz einvernehmliche Lösungen im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs: www.ausgleich.de

Unser seit 2005 bestehender Arbeitskreis GFK in der Justiz und die Restorative Circles nach Dominic Barter ermöglicht die interdisziplinäre Vernetzung unter anderem mit dem Ziel, die Gewaltfreie Kommunikation in der Justiz und im Strafvollzug zu etablieren -  www.gfk-justiz.de - sowie die Kapazitäten von Juristinnen und Juristen im Hinblick auf konstruktives juristisches Kommunizieren zu verbessern. In diesem Zusammenhang gibt es interne Veranstaltungen für Juristinnen und Juristen  wie das von mir initiierte Uttinger Treffen. - siehe bitte auf dieser Site unter Gewaltfreie Kommunikation in der Justiz.

Sie können sich also gerne an mich wenden, wenn...

- Sie ein rechtliches Problem haben und engagierte anwaltliche Unterstützung oder Beratung suchen,

- Ihnen eine zivilrechtliche Klage, ein Bescheid einer Behörde, ein Strafbefehl, eine strafrechtliche Anklage oder ein Bußgeldbescheid zugestellt wurde und Sie nicht wissen, was das überhaupt bedeutet, ob und wie Sie sich dagegen wehren können (bitte beachten Sie die in den meisten Schriftstücken angegebenen Fristen und lassen Sie sich rechtzeitig beraten, ob und wie reagiert werden kann. Die Fristen laufen bei besonderen Zustellungsformen (z.B. "gelber Umschlag" = Postzustellungsurkunde=PZU) unabhängig davon an, ob Sie von dem Schriftstück tatsächlich Kenntnis haben oder nicht,

- Sie nicht wissen, wie Sie einen privaten oder rechtlichen Konflikt angehen sollen, aber eigentlich auch keinen anwaltlichen oder gerichtlichen “Krieg” beginnen wollen,

- Sie in rechtlichen, Kommunikations- oder Erziehungsfragen allgemeine Informationen brauchen, oder Sie sich für Ihre Mitarbeiter, in Ihrer Gemeinde, Ihren Verein etc. einen Vortrag, ein Seminar oder eine Schulung zu einem Thema aus meinem Themenspektrum wünschen,

- Sie vor einer Entscheidung stehen oder in einen Konflikt verwickelt sind und Sie nicht wissen, worauf es Ihnen ankommt, oder wie Sie Ihre Lösungsideen rechtlich oder am Verhandlungstisch oder ganz praktisch umsetzen können.

- Oder wenn Sie bereits einen Anwältin oder einen Anwalt ortsnah beauftragt haben und fachkundige empathische Begleitung und Klärung wünschen.

Beratungen finden auf Wunsch auch telefonisch oder per Zoom statt - vereinbaren Sie bitte per Email susanne.pourroy(ätt)web.de einen Termin dafür.

Per Email erteile ich u.a. aus Datenschutzgründen keinen Rechtsrat und korrespondiere nicht anwaltlich.